VERISOL® erklärt: Was hinter dem patentierten Kollagenpeptid steckt
Von Maximilian Schwaiger, Gründer JUNGSAIN® · Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026 · Lesezeit: 7 Minuten
Wer sich mit Kollagen beschäftigt, stößt früher oder später auf den Namen VERISOL®. Meist steht er einfach auf einer Verpackung – ohne dass jemand erklärt, was er eigentlich bedeutet. Genau das machen wir hier: sachlich, mit Quellen, und auch mit den Punkten, die andere lieber weglassen.
Was ist VERISOL®?
VERISOL® ist ein patentiertes Bioaktive-Kollagenpeptid-Gemisch des deutschen Rohstoffherstellers GELITA AG aus Eberbach, einem der weltweit führenden Anbieter kollagenbasierter Bioaktivstoffe. Der Name steht für eine spezifische Zusammensetzung aus Kollagenpeptiden, die aus Rinderkollagen durch einen kontrollierten enzymatischen Prozess gewonnen werden.
Was VERISOL® von generischem Kollagenhydrolysat unterscheidet, ist nicht der Rohstoff selbst, sondern die definierte Peptidgröße, die Aminosäurezusammensetzung und die Standardisierung. Jede Charge enthält dieselbe festgelegte Kombination aus Hydroxyprolin-haltigen Peptiden. Erst das macht reproduzierbare Untersuchungen überhaupt möglich.
Kurz gesagt: „Kollagen" ist eine Zutatenkategorie. VERISOL® ist ein Rohstoff mit Namen, Hersteller und Datenblatt.
Wie entsteht VERISOL® – und warum ist das relevant?
Kollagen ist das häufigste Strukturprotein im menschlichen Körper. Es kommt in Haut, Knochen, Knorpeln, Sehnen und Bändern vor. Die körpereigene Kollagensynthese nimmt mit zunehmendem Alter ab – nach der Datenlage bereits ab Mitte 20. Das ist gut dokumentiert und keine Marketing-Erfindung.
Wird Kollagen über die Nahrung aufgenommen, spaltet es der Verdauungstrakt in Aminosäuren und kurzkettige Peptide. VERISOL® ist so konzipiert, dass ein relevanter Anteil als definierte Di- und Tripeptide bioverfügbar bleibt – insbesondere Hydroxyprolin-haltige Peptide. Hydroxyprolin ist für die Quervernetzung von Kollagenfasern zentral und kommt in dieser Form nahezu ausschließlich in Kollagen vor.
Das Ziel der GELITA-Technologie ist, genau diese Peptide in standardisierter Menge und Zusammensetzung bereitzustellen – Charge für Charge gleich.
Die Studienlage zu VERISOL®
Zu VERISOL® liegen mehrere in Fachzeitschriften veröffentlichte Untersuchungen vor. Die bekanntesten stammen aus der Arbeitsgruppe um die Dermatologin Dr. Ehrhardt Proksch an der Universität Kiel.
Proksch et al., 2014 (Skin Pharmacology and Physiology). Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Untersuchung mit 69 Frauen im Alter von 35 bis 55 Jahren. Über 8 Wochen erhielten die Teilnehmerinnen täglich 2,5 g oder 5 g Kollagenpeptide oder ein Placebo. Untersucht wurde die Hautelastizität.
Proksch et al., 2014 (zweite Publikation, Skin Pharmacology and Physiology). Eine weitere Untersuchung mit 114 Teilnehmerinnen, in der periorbitale Hautparameter über 8 Wochen erhoben wurden, ergänzt um ein Follow-up nach vier weiteren Wochen ohne Einnahme.
Schunck et al., 2015 (Journal of Medicinal Food). Eine Untersuchung mit 25 Teilnehmerinnen über 24 Wochen, in der Parameter der Nagelbeschaffenheit erhoben wurden.
Registrierte Untersuchung (DRKS00036187). Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 66 Frauen zwischen 35 und 55 Jahren, 2,5 g VERISOL® täglich über 8 Wochen, durchgeführt am Prüfinstitut SGS SIT GmbH in Hamburg und im Deutschen Register Klinischer Studien registriert.
Allen Untersuchungen gemeinsam: die Tagesdosis von 2,5 g und ein Zeitraum von mindestens 8 Wochen.
Der Punkt, den kaum jemand erwähnt: die EFSA-Entscheidung
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2013 geprüft, ob auf Basis dieser Daten ein gesundheitsbezogener Claim für VERISOL® nach der EU-Verordnung 1924/2006 zugelassen werden kann. Die Behörde hat das abgelehnt.
Der Grund ist regulatorischer Natur: Die EFSA definiert „Hautfunktion" ausschließlich als Wasserbarriere-Funktion. Elastizitäts- und Faltenparameter zählen nicht zu den anerkannten Endpunkten. Die Untersuchungen selbst sind davon unberührt, veröffentlicht und öffentlich einsehbar.
Konkret heißt das: Für VERISOL® darf in der EU keine gesundheitsbezogene Wirkaussage getroffen werden – auch von uns nicht. Wir nennen den Rohstoff, die Menge und die vorhandenen Untersuchungen. Mehr ist rechtlich nicht zulässig, und alles darüber hinaus sollte dich bei jedem Anbieter skeptisch machen.
VERISOL® ist ein Rohstoff – keine Formel
Für die Beurteilung eines Produkts zählt das Gesamtbild. Relevant ist deshalb auch Vitamin C: Es ist ein Cofaktor der körpereigenen Kollagenbiosynthese. Hierfür existiert – anders als für Kollagenpeptide –ein von der EFSA zugelassener Claim: Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.
Diese Aussage ist wissenschaftlich anerkannt und in der EU rechtlich verwendbar.
VERISOL® bei JUNGSAIN
Wir setzen VERISOL® in beiden Produkten ein – in unterschiedlicher Logik:
Der JUNGSAIN Kollagen Stick besteht zu 100 % aus VERISOL®: 2,5 g pro Stick, eine einzige Zutat. Kein Zucker, kein Aroma, kein Füllstoff. Damit entspricht ein Stick exakt der in den Untersuchungen eingesetzten Tagesmenge. Geschmacksneutral, für unterwegs.
Die JUNGSAIN Kollagen Dose enthält pro Portion (15 g) 12,5 g Kollagenpeptide aus drei patentierten Rohstoffen – 2,5 g VERISOL®, 5 g FORTIGEL® und 5 g TENDOFORTE® – ergänzt um 100 mg Vitamin C (125 % NRV). Die volle VERISOL®-Menge ist also auch hier enthalten, eingebettet in eine breitere Rezeptur.
Beides wird in Deutschland produziert, jede Charge wird laborgeprüft.
Was VERISOL® nicht ist
Kein Wundermittel. Kein Ersatz für Schlaf, ausgewogene Ernährung und Sonnenschutz.
Kein Sofort-Effekt. Die Untersuchungen laufen über 8 bis 24 Wochen. Wer nach einer Woche etwas erwartet, hat das Prinzip nicht verstanden.
Keine generische Kollagenmarke. Das Wort „Kollagen" allein sagt nichts über Peptidprofil, Dosierung oder Datenlage aus.
Warum ein benannter Rohstoff einen Unterschied macht
Im Markt existieren Hunderte Kollagenprodukte – die meisten ohne Patent, ohne veröffentlichte Untersuchungen und ohne Transparenz zu Herkunft oder Peptidprofil. Sie verstecken sich hinter Begriffen wie „Beauty-Komplex".
VERISOL® ist ein patentierter, standardisierter und in Studien untersuchter Rohstoff. Das macht ihn zu einem der wenigen Kollagenrohstoffe, über deren Zusammensetzung sich überhaupt belastbare Aussagen treffen lassen.
Wer beim Serum auf die Inhaltsstoffe schaut, sollte es beim Nahrungsergänzungsmittel genauso halten.
Häufige Fragen zu VERISOL®
Ist VERISOL® dasselbe wie normales Kollagen?
Nein. VERISOL® ist ein patentiertes Bioaktive-Kollagenpeptid-Gemisch mit definiertem Peptidprofil, entwickelt von der GELITA AG. Generisches Kollagenhydrolysat hat keine standardisierte Zusammensetzung.
Welche Dosis wird in den Untersuchungen verwendet?
2,5 g pro Tag. Der JUNGSAIN Kollagen Stick enthält 2,5 g VERISOL® als einzige Zutat; die JUNGSAIN Kollagen Dose enthält ebenfalls 2,5 g VERISOL® pro Portion, zusätzlich zu FORTIGEL® und TENDOFORTE®.
Hat VERISOL® eine EFSA-Zulassung für Health Claims?
Nein. Die EFSA hat den beantragten Claim 2013 abgelehnt, weil die untersuchten Endpunkte – Elastizität und Falten – nicht der regulatorischen Definition von „Hautfunktion" entsprechen. Die veröffentlichten Untersuchungsdaten sind davon unberührt.
Übersteht Kollagen die Verdauung?
Die Forschung zeigt, dass bestimmte Kollagenpeptide, darunter Hydroxyprolin-haltige Dipeptide, zu messbaren Plasmaspiegeln führen. Für VERISOL® liegen entsprechende Untersuchungen vor.
Woher kommt VERISOL®?
Von der GELITA AG, einem deutschen Spezialisten für Kollagenproteine mit Sitz in Eberbach.
Wie lange sollte man VERISOL® einnehmen?
Die veröffentlichten Untersuchungen erstrecken sich über 8 bis 24 Wochen bei täglicher Einnahme.
Stick oder Dose – was ist der Unterschied?
Der Stick ist die pure Einzellösung: 2,5 g VERISOL®, eine Zutat, für unterwegs. Die Dose ist die umfassende Routine: 12,5 g Kollagenpeptide aus drei patentierten Rohstoffen plus Vitamin C.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der sachlichen Information über Rohstoffe und veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchungen. Er enthält keine gesundheitsbezogenen Angaben zu Kollagenpeptiden im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 und ersetzt keine medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
Quellen
- Proksch E. et al. (2014): Oral Supplementation of Specific Collagen Peptides Has Beneficial Effects on Human Skin Physiology. Skin Pharmacology and Physiology 27(1):47–55.
- Proksch E. et al. (2014): Oral Intake of Specific Bioactive Collagen Peptides Reduces Skin Wrinkles. Skin Pharmacology and Physiology 27(3):113–119.
- Schunck M. et al. (2015): Journal of Medicinal Food.
- EFSA Journal (2013): Scientific Opinion on VeriSol®P and skin elasticity/function, EFSA-Q-2012-00878.
- Deutsches Register Klinischer Studien: DRKS00036187.
- EU-Register der zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben: ec.europa.eu
